Geschichte

Ausgangslage
Die sozialen Unterschiede haben sich in den letzten Jahren in den Städten verstärkt, so auch in Winterthur. Der nutzbare öffentliche Raum ist kleiner geworden und wird von immer mehr Interessensgruppen beansprucht. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Menschen mit psychischen oder sozialen Schwierigkeiten zu, die fremd- oder selbstverschuldet aus den sozialen Systemen Arbeit, Wohnen, Familie/Partnerschaft und Gesundheitsversorgung fallen und isoliert oder ausgegrenzt leben. In unserer individualisierten Gesellschaft gibt es nicht mehr genügend soziale Netzwerke, die diese Menschen auffangen und verhindern, dass sich die psychische, gesundheitliche und soziale Situation verschärft und damit institutionelle Hilfe in hohem Masse in Anspruch genommen werden muss. Durch präventive Massnahmen im direkten Lebensumfeld soll verhindert werden, dass die Probleme eskalieren und die öffentliche Sicherheit gefährdet wird.

Entstehung des Vereins
Nach einer von der «Arbeitsgemeinschaft für Jugendprobleme, AGJP» organisierten Projektphase wurde am 16. September 1993 der «Trägerverein Gassenarbeit SUBITA» gegründet, der seit 2009 Verein Strassensozialarbeit Winterthur genannt wird. Im Zentrum steht die aufsuchende Sozialarbeit für alle Altersgruppen. Die Menschen werden nicht auf ein Büro bestellt, sondern im öffentlichen Raum aufgesucht.
Im ehrenamtlichen Vorstand engagieren sich seit jeher Personen, die aus verschiedenen Berufsfeldern kommend, sich mit Sozialarbeit befassen und so eine professionelle Begleitung garantieren. In den beiden Abteilungen Subita und Mojawi sind ausgebildete Fachpersonen angestellt. Finanziert wird der Verein durch Beiträge der Stadt Winterthur, der beiden Landeskirchen, sowie durch Stiftungen und Private.

Subita – Mobile Sozialarbeit richtet sich in erster Linie an Menschen, die unabhängig von Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Problemsituation etc. von gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht oder betroffen sind, Unterstützungsbedarf haben, sich im öffentlichen oder halböffentlichen Raum aufhalten und durch die bestehenden Beratungs- und Betreuungsangebote nicht erreicht werden. Standen anfänglich vor allem Suchtabhängige im Zentrum, so geht es heute um Menschen mit verschiedenen anderen Problemkreisen. Die heutige Subita leistet dort Sozialarbeit, wo erste Kontakte möglich sind. Sie wird von der Stadt Winterthur mit einem jährlichen Beitrag von 95’000.- Franken unterstützt.

Mojawi – Mobile Jugendarbeit Winterthur, heisst die aufsuchende Sozialarbeit für Jugendliche im Alter von 12 – 20 Jahren, die seit 2002 besteht. Nach einer zweijährigen Pilotphase erhält die Mojawi auf Grund einer Leistungsvereinbarung  Gelder von der Stadt Winterthur. Zurzeit beläuft sich der jährliche Beitrag auf 275’000.- Franken. Nebst der Beratung zu Fragen in allen Lebens- und Alltagsbereichen werden Jugendliche angesprochen, die von anderen Einrichtungen der Jugendarbeit nicht erreicht werden, benachteiligt sind wie z.B. MigrantInnen und Erwerbslose oder deren soziales Verhalten Integrationsdefizite erkennen lässt. Die Jugendarbeit soll Jugendlichen die Teilnahme und Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen und die soziale Integration fördern.